Im September 2021 begaben wir uns auf eine Reise nach Litauen, inmitten der Pampas arbeiteten wir an einer Vision. Ziel der Arbeit war es, ein Konzept zu erstellen, wie eine Aufstockung des längst abgebrochenen Nordflügels des Schloss Panemune aussehen könnte. In der ersten Phase wurde entschieden, ob der neue Teil sich mit einer traditionellen Bauweise in das Gesamtbild einbringen soll oder ob mit einem Kontrast eine klare historische Linie gezogen wird.
Es war eine einzigartige Erfahrung, in einem solchen Umfeld zu arbeiten. Die Gastfreundschaft des 200 Seelen-Dorfes war wunderbar. In dieser kurzen Zeit sind unzählige Erinnerungen entstanden!

Wir entschieden uns für eine moderne Adaption des Flügels und bauten auf der bestehenden Struktur ein Volumen mit starkem Kontrast. Durch die Hilfe der Holzbau-Ingenieure in unserem Team versuchen wir uns an einer gewagten Lastabtragung im Sinne einer Brücke. Der Bau sollte mehrheitlich aus Holz gefertigt werden, was die Lamellenfassade auch so kommunizieren sollte. Um die Nutzungen im Inneren nicht einzuschränken, haben wir uns für einen offenen Grundriss entschieden. Lediglich die Nasszellen und das Kaffee im Erdgeschoss sollten permanent bleiben.
In der Mitte des Erdgeschosses befindet sich eine Plattform mit freier Sicht auf den Schlosspark, dieser wird durch die geschwungene Form der Fassade begleitet und abgetrennt. Dieser Aussenraum würde verschiedene Funktionen haben und könnte auch bei schlechtem Wetter genutzt werden.
RESUME
Die Anreise führte uns zuerst auf Berlin, dann auf Warschau und schlussendlich an unsere Destination in Litauen. Dabei wurden wir von Marius Daraškevičius von der Vilnius Academy of Arts begleitet. Keiner konnte besser Anekdoten zu der Region rund um das Schloss Panemune hervorbringen und so kamen wir an den verschiedensten Stellen rund um den Fluss Memel vorbei.
Im kleinen Dorf selber übernachteten wir in einer alten Schule, welche zugegebenermassen etwas heruntergekommen war, aber dennoch den Erlebnisfaktor keinesfalls schmälerte. Fast jeden Abend verbrachten wir rund um das Lagerfeuer, welches wir direkt vor der Haustür auf dem Parkplatz einrichteten. Den Proviant bekamen wir vom Dorfladen, dessen Verkäuferin nicht schlecht staunte, als wir fast sämtliche Regale plünderten. Am dritten Tag konnten wir uns dann mit Händen und Flüssen verständigen, dass wir doch nur eine Woche bleiben würden und sie das Sortiment somit nicht dauerhaft aufstocken müsste. Nach einem kurzen Beitrag unserer Ideen und Visionen im lokalen Fernsehen war die Reise dann allerdings schon vorbei.
Es war eine einzigartige Erfahrung, in einem solchen Umfeld zu arbeiten. Die Gastfreundschaft des 200 Seelen-Dorfes war wunderbar. In dieser kurzen Zeit sind unzählige Erinnerungen entstanden! Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen Beteiligten herzlich bedanken und freuen uns auf ein Wiedersehen.