Geschichtliche Einordnung
Die Überbauung «La ColaSiderTa» in Tarento, die von Flora Ruchat-Roncati erbaut wurde, nimmt Bezüge zu den verschiedenen Architektur-Theorien auf, mit der sich die Architektin in ihrem Berufsleben befasst hat. Dabei handelt es sich um die Stossrichtungen des Funktionalismus und Rationalismus sowie der Tendenza und Tessiner Schule, wo Flora Ruchat-Roncati architektur-stilistisch beheimatet ist. Die Überbauung zeigt ihre rationalistische Form vor allem von aussen. Mit der offensichtlichen Betonstruktur, das statische Raster, die Gliederung der Fenster sowie geräumigen Treppenhäusern passt sie in die architektonische Stilbewegung des Rationalismus. Diese zeigt sich in Italienischer Baugeschichte vor allem in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Um ein italienisches Beispiel zu nennen zeigen sich die Merkmale in der Casa del Fascio in Como von Giuseppe Terragni. Die strukturelle Rasterung und Form zeigt sich ebenfalls im «La ColaSiderTa». Aus funktioneller Hinsicht kann klar erwähnt werden, dass Flora Ruchat-Roncati ein soziales Wohnen in diese Überbauung einfliessen lassen wollte. So nicht den äusseren Faktor des Gebäudes über die inneren Stellen. Das Leben im sozialen Wohnen funktioniert nicht über die Aussenwände, sondern im Innenleben. So sind funktionalistische Ansätze sichtbar, die das Gebäude zu einer funktionierenden Wohnüberbauung gestaltet. Im weitesten Sinne kann die corbusianische «Wohn- maschine» betrachtet werden. Frei von ausschlaggebenden äusseren Merkmalen, doch standardisierte und abgeschlossene Wohnform und -elemente, zeigen sich in den Wohnungen in Tarento. Le Corbusier war auch ein grosser Inspirator von Flora Ruchat-Roncati.
Kurzbeschrieb
☑️ 275 Wohnungen
☑️ Baujahr: 1976 – 1981
☑️ Pilotprojekt, Genossenschaft
☑️ Quartierplanung
☑️ Gemeinschaft und Grünflächen
☑️ Areal an der Peripherie
☑️ Stockwerke: 13
☑️ Länge: 280m
☑️ Grundfläche = +/- 2‘815 m2
☑️ GF + AGF = +/- 36‘500 m2
☑️ Volumen = +/- 111‘200 m3
☑️ Kulturhintergrund: Messapien